Orthopädie - Begriffserklärungen
Mini Lexikon von A bis Z

Hüftarthrose

Das Hüftgelenk unterliegt einem Abrieb. Hierbei vermindert sich die Knorpelmasse, es können sich Rauhigkeiten bilden. Die Gelenkbinnenhaut entündet sich Zusätzlicher Knochen lagert sich an (sog. Osteophyten). Der Prozeß ist sehr komplex und Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Es gibt zahlreiche Risikofaktoren, die zu einem beschleunigtem Verschleiß führen können. Häufige Faktoren sind Formvarianten wie die Dysplasie oder durch Wachstumsstörungen im Kindesalter (M. Perthes, Epiphysiolyse). Auch Verletzungen, Entzündungen (Infektionen, rheumatische Erkrankungen), Stoffwechselstörungen (Zuckerkrankheit), Nervenkrankheiten (Neuropathien) und Medikamente und Gifte (Cortison, Zigarettenrauch) können eine Arthrose erzeugen. Seltener ist die Knorpelqualität anbgeboren vermindert.

Hüftenach oben

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, dessen Bewegungsumfang im Wesentlichen durch die knöchernen Strukturen und die straffe Kapsel begrenzt wird. Die Pfanne umschließt den Oberschenkelkopf und stabilisiert das Gelenk auf diese Weise. Das Verhältnis von Kopf zu Pfanne variiert von Mensch zu Mensch. Eine Pfanne, die den Kopf nicht ausreichend umschließt, kann zu einer instabilen Situation führen und wird je nach Schweregrad als Dysplasie bezeichnet. Ziel der Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenkes des Neugeborenen ist das frühzeitige Erkennen einer solchen Konstellation, um frühzeitig geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Unerkannt kann die Dysplasie der Hüfte zu einem beschleunigten Verschleiß führen, der letztlich in eine Arthrose mündet.

Hüftgelenk-Hüftprothesenach oben

Das Endstadium der Arthrose ist gekennzeichnet durch starke Hüft- und Leistenschmerzen. Wenn hierdurch Mobilität und Lebensqualität stark eingeschränkt sind, kann es angezeigt sein, ein Kunstgelenk einzusetzen. Der Name Totalendoprothese bedeutet, dass sowohl Hüftkopf als auch Hüftpfanne ersetzt werden. Hemi-Endoprothesen, bei denen nur der Hüftkopf/Hüftschaft ersetzt wird, werden z.B. nach einer Schenkelhalsfraktur bei alten Patienten eingesetzt. Der Standardeingriff bei der Arthrose ist jedoch die Hüft-Totalendoprothese. Es gibt eine unübersichtliche Anzahl an Prothesenmodellen. Man kann sie nach verschiedenen Kriterien einteilen. Am häufigsten werden konfektionierte Modelle, sehr viel seltener und im Wesentlichen nur für Spezial-Indikationen auch Einzelanfertigungen (sog. Custom-made Prothesen) eingesetzt. Beim Oberflächenersatz (sog. „Kappen-Prothesen), der eher selten zur Anwendung kommt, wird das Implantat wie eine Krone über den zuvor formgefrästen Kopf gestülpt. Viel häufiger sind Prothesen, die in den Schaft des Oberschenkelknochens eingebracht werden. Da die Patienten, die endoprothetisch versorgt werden, immer jünger werden, hat die Bedeutung knochensparender Verfahren in den letzten Jahren zugenommen. Für das Einbringen einer sog. „Kurzschaftprothese“ muss weniger Knochen entfernt werden, was sie vor allem für jüngere Patienten attraktiv macht. Die Verankerung im Knochen kann durch Spezial-Zement oder aber auch in zementfreier Technik erfolgen. Einen Vorteil in der Standzeit (die "Überlebenszeit" der Prothese) scheint es für keinen der beiden Verfahren zu geben. Muss allerdings ein Wechsel der Hüftprotheses erfolgen, so zeigen zementfrei eingebrachte Modelle gewisse Vorteile, da sie sich leichter wechseln lassen. Häufig verwendete Metalle sind spezielle Stahl- und Titanlegierungen. Die eigentlichen Gelenkflächen werden durch Metall-, Keramik-, Kunststoff- und deren Kombinationspaarungen gebildet.

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene operative Zugänge zum Hüftgelenk von ihren Entwicklern oder Anwendern als „minimal-invasive Zugänge“ bezeichnet. Die Argumente dafür, dass ein Zugang diese Bezeichnung eher verdient als andere, waren dabei vor allem geringere Verletzung von Muskeln, kurze Schnittführung und damit verbundene schnellere Rehabilitationszeiten.
Es gibt also nicht den „einen“ minimal-invasiven Zugang sondern verschiedene. Es gibt auch verschiedene Meinungen dazu, welche Zugänge weniger eingreifend sind als andere. Betrachtet man vergleichend verschiedene operative Zugänge zum Hüftgelenk, dann haben alle diese Zugänge verschiedene Vor- und Nachteile. Wenn dies nicht so wäre, dann gäbe es nicht so viele verschiedene Zugänge. Entscheidend ist, welchen operativen Zugang Ihr Operateur sicher beherrscht. Die Fokussierung auf das Prädikat „minimal-invasiv“ hatte für den Patienten in den letzten Jahren aber einige Vorteile. Dass die Länge der OP-Narben in den meisten Kliniken in den letzten Jahren um durchschnittlich ca. 50% abgenommen hat, ist dabei nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass die Themen „Schonung und Rekonstruktion von anatomischen Strukturen“, „Minderung der Luxationsgefahr (Gefahr der Ausrenkung)“ und „rasche Rehabilitation“ dadurch als wesentliche Qualitätskriterien im Zentrum des Interesses standen und ein großer Anreiz bestand, auch bewährte OP-Zugänge weiter zu verbessern.

Röntgenbilder - Diagnose