Orthopädie - Begriffserklärungen
Mini Lexikon von A bis Z

Schultergelenk-Schultergelenkendoprothese

Schultergelenksprothesen werden in den letzten Jahren zunehmend und mit immer besseren Ergebnissen eingesetzt. Ersetzt wird hierbei das Humeroglenoidalgelenk, welches aus dem Kopf des Oberarmknochens (Humerus) und der korrespondierenden Gelenkpfanne am Schulterblatt (Scapula) gebildet wird. Ein Verschleiß dieses Gelenkes wird als Omarthrose bezeichnet.
Hemi- und Totalendoprothesen (Teilersatz (nur Humeruskopf) und Vollersatz (Kopf und Pfanne) werden unterschieden.
Das ebenfalls im Bereich der Schulter gelegene Acromioclaviculargelenk (AC-Gelenk) kann ebenfalls verschleißen. Hier wird jedoch kein künstliches Gelenk eingesetzt sondern bei anhaltenden Problemen das äußere Ende des Schlüsselbeines (Clavicula) entfernt. Diese Entfernung kann offen oder arthroskopisch (mittels Gelenkspiegelung) erfolgen.
Das Schultergelenk ist ein muskelgesichertes und darüber hinaus sehr bewegliches Gelenk. Für die Funktion einer Schultergelenksendoprothese ist daher eine funktionstüchtige Muskulatur von besonderer Bedeutung.

Sonographienach oben

s. Ultraschall

Sport nach Endoprothesenach oben

Aufgrund optimierter Verankerungsprinzipien, verbesserter Operationstechnik und vor allem grösserer Erfahrung werden zunehmend jüngere, sportlich aktive Menschen versorgt.
Endoprothesenträger äußern daher zunehmend den Wunsch weiter oder wieder sportlich aktiv zu sein.
Auch im Rahmen unserer Endoprothesensprechstunden nehmen Fragen zum Thema „Sport nach Endoprothese“ daher zunehmend Raum ein. Wir haben im folgenden für Sie einige Eckdaten zusammengefasst.

Relativierend möchten wir noch 3 Dinge vorrausschicken:

  1. Sind Sie bereits mit einem Kunstgelenk versorgt worden und fragen Sie sich nun ob und welche sportliche Betätigung für Sie geeignet ist? Wenn ja, dann sprechen Sie bitte auch mit Ihrem Operateur über dieses Thema.
  2. Bei der Bewertung von Sportarten spielen Vorerfahrungen in einer Sportart eine bedeutende Rolle und verdienen eine entsprechende Berücksichtigung
  3. Der Mensch „ist nicht nur Prothese“. Andere gesundheitliche Faktoren (Vorerkrankungen etc.) und nicht zuletzt Neigungen sind wichtig und sollten mit einbezogen werden.

Allgemeine Voraussetzungen zur Sportfähigkeit mit Endoprothese:

Individuelle Voraussetzungen der Sportfähigkeit von Endoprothesenträgern

Kontraindizierte Bewegungsformen:

Besonders geeignete Sportarten für Endoprothesenträger

Bedingt geeignete Sportarten für Endoprothesenträger

Nicht empfehlenswerte Sportarten für Endoprothesenträger

Mögliche Risiken und entsprechende Wahrscheinlichkeiten

Besonderheit: Sport mit künstlichem Kniegelenk

Besonderheit: Sport mit künstlichem Schultergelenk

Empfehlenswerte Bewegungsformen und Sportarten nach Kniegelenksersatz

Übrigens: 50% der sporttreibenden Patienten werden nach Endoprothesenoperation wieder sportlich aktiv!

Sportmedizinnach oben

Die Sportmedizin ist in Deutschland eine fachübergreifende ärztliche Zusatzweiterbildung. In einigen europäischen Ländern wie z.B. den Niederlanden gibt es sogar eine eigene Facharzt-Weiterbildung.
Die Sportmedizin, als Teilgebiet der Medizin, beschäftigt sich facharztübergreifend mit einem sehr großen Themengebiet. Dieses ist zum einen die eher orthopädisch-unfallchirurgisch geprägte Fokussierung auf die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation von Sportverletzungen und Sportschäden. Zum anderen ist es die eher internistisch geprägte Fokussierung auf den Einfluss von Bewegung und Bewegungsmangel auf den gesunden, aber auch den kranken Menschen. Sport und Bewegung ist die bindende Klammer. Präventives Gedankengut hat in der Sportmedizin seit vielen Jahren einen besonders hohen Stellenwert.
Ziel ist neben der optimalen Betreuung des Leistungs- und Breitensportlers auch der Erhalt der Gesundheit bzw. die günstige Beeinflussung von Krankheiten durch Sport und Bewegung. Beispielhaft genannt sei hier der positive Einfluss von Bewegung bei Osteoporose, Fettstoffwechselstörungen, Arteriosklerose, Diabetes, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Demenz und Übergewicht.
Viele Verletzungen des Bewegungsapparates tragen Namen, die auf eine Sportart hinweisen („Tennisarm“, „Golferellenbogen“, „Schwimmerschulter“, „Läuferknie“, „Springerknie“, „Fußballerleiste“, „Skidaumen“). Gerade bei solchen Sportverletzungen und Sportschäden ist eine Berücksichtigung sportartspezifischer Belastungsmuster oft besonders hilfreich.
Die Vermittlung solcher Kenntnisse ist daher ein wichtiger Bestandteil sportmedizinischer Aus- und Fortbildungsveranstaltungen. Weitere wichtige Themen sind die sportmedizinische Trainingslehre, die sportmedizinische Ernährungslehre, Sport unter speziellen Bedingungen (Höhe, Hitze, Kälte, Tauchen), Sport in speziellen Kollektiven (Kinder, Senioren, Behinderte), Doping und Sportvorsorgeuntersuchungen.

Sprunggelenk-Sprunggelenksendoprothesenach oben

In Deutschland werden zur Zeit ca. 1000 Sprunggelenksendoprothesen pro Jahr implantiert. Nach anfänglich nicht zufrieden stellenden Ergebnissen zeigen sich hier in den letzten Jahren zunehmend bessere Resultate. So wird die Sprunggelenksendoprothese eine echte Alternative zur Arthrodese (Versteifungs-Operation)
Eine Sprunggelenksendoprothese besteht aus drei Teilen: 1. einer gerundeten Metallkappe für das Sprungbein 2. einer Metallplatte für die Schienbein und 3. einem Polyethylen-Gleitkern, der zwischen die beiden Metallteile geschoben wird.
Wie bei anderen Gelenken so gibt es auch für das obere Sprunggelenk mittlerweile eine Vielzahl von Modellen. Als Zugang hat sich ein vorderer Zugang mit einer vor dem Sprunggelenk längsverlaufenden Hautinzision durchgesetzt.
Postoperativ erfolgt eine Mobilisierung in einer Orthese, den manche Patienten als „Skischuh in Leichtbauweise„ beschreiben. Hier werden von verschiedenen Operateuren unterschiedliche Modelle bevorzugt (z.B. Vacoped-Schiene).

Sprunggelenkspezifische Komplikationen (z.B. im Vergleich zum künstlichen Hüftgelenk) sind Wundheilungsstörungen oder -verzögerungen. Hautverhältnisse und die Durchblutungssituation müssen daher gleichermaßen sorgfältig berücksichtigt werden.
Selten kann ein Bruch des Außen- oder Innenknöchels auftreten, der im Regelfall noch im Rahmen der Operation operativ mittels Osteosynthese mitversorgt wird.
Vergleicht man postoperativ bestehende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach künstlichem Sprunggelenk mit dem nach künstlichen Hüftgelenk, so ist der Anteil der Patienten die nach der Operation sofort schmerzfrei sind, vergleichsweise geringer. Bei nicht wenigen Patienten bestehen in den ersten Wochen und Monaten noch unregelmäßig Schmerzen; die Rehabilitationszeit zeigt sich verlängert. Diese Unterschiede müssen dem Patienten vorher erläutert werden.
Dennoch hat die Operation im Vergleich zur Arthrodese einen entscheidenden Vorteil. Selbst wenn bei einigen Patienten die Beweglichkeit nicht so gut ist wie bei einem gesunden Gelenk, ist sie doch so gut, dass ein hinkfreies, flüssiges Gangbild auch in Konfektionsschuhwerk möglich ist. Abschliessende Aussagen zur Haltbarkeit lassen sich auch aufgrund der stetigen Verbesserung der Prothesenmodelle erst in einigen Jahren machen. Erfahrungen zur Revisionsendoprothetik sind im Vergleich zum Hüftgelenk noch in den Kinderschuhen. Sehr erfreulich sind die im Vergleich zu anderen Gelenken guten Rückzugsmöglichkeiten in die Arthrodese. Wegen des geringen Knochenverlustes insbesondere bei neueren Prothesenmodellen ist die Arthrodes (operative Versteifung des Gelenkes) ohne größere Probleme und mit nur geringer Beinverkürzung als Sekundäroperation möglich.

Synovektomie / Synovialektomienach oben

Im Rahmen dieses Eingriffes wird die Innenhaut der Gelenkkapsel, die sog. Synovialmembran, operativ entfernt. Dieses kann arthroskopisch (mittels Gelenkspiegelung) oder offen geschehen. In der Arthrosetherapie ist die Synovektomie kein Standardverfahren. Sie ist rheumatologischen Gelenkerkrankungen mit ausgeprägten Entzündungen und ggf. Wucherungen der Synovialmembran vorbehalten. Ein weiterer Grund für eine Synovektomie können ausgeprägte Gelenkergüsse sein, die anderweitig therapeutisch nicht beherrschbar sind. Im Regelfall wird hier aber eine sog. Chemo- oder Radiosynoviorthese (Verödung der Gelenkinnenhaut durch Medikamente oder Strahlung) durchgeführt.

Röntgenbilder - Diagnose